Gespeichert unter: Filme & Fernsehen, Heimat, Olympia | Schlagworte: Dr. Reiner Klimke, Gifhorn, Hinrich Romeike, Ingrid Klimke, Marius, Olympia, reiten, Wilhelm Gratschow
Olympia ist erst seit wenigen Tagen, aber ich habe schon vergessen, seit wievielen. Sowieso vergesse ich vieles, aber Olympia macht es einem auch nicht unbedingt einfach. Heute zum Beispiel dauerte die Übertragung bis 19:00 Uhr, da wird die ohnehin nur knappe Lebenszeit nur noch mehr verkürzt. Der positive Nebeneffekt ist aber natürlich, dass die noch viel knappere Olympiazeit sich verlängert, also wer bin ich, mich zu beschweren … Ich leide zwar mittlerweile Nacht für Nacht unter Anfällen von Realitätsverlust, bei denen ich kaum mehr weiß, wer ich bin, wo ich bin und was ich überhaupt mache, aber damit kann ich ganz gut leben. Oft denke ich auch, ich hätte eine wichtige Mission, die ich erfüllen muss und springe ganz aufgeschreckt aus dem Bett oder ich meine, ich könnte die Geschehnisse im Fernseher beeinflussen, weil sie in Wahrheit ein Konsolenspiel sind und greife nach dem Controller …
Gestern jedenfalls war ein recht trauriger Tag, da meine große Olympiahoffnung Wilhelm Gratschow schon in der ersten Runde der Boxwettbewerbe im Federgewicht ausschied. Wilhelm Gratschow, das muss man dazu wissen, startet nämlich für den durchaus erfolgreichen Boxverein BCV Gifhorn. Soweit ich weiß, war er unsere einzige Hoffnung in Peking, aber na gut … Vielleicht wäre das auch etwas zu viel des Guten gewesen.
Aufheitern konnte mich zum Glück Nicolas Kiefer, der über seinen nächsten Gegner sprach – einen Südafrikaner auf Platz einhundertirgendwas der Weltrangliste: „Alle werden sagen, ich muss ihn besiegen, ich muss ihn schlagen. Das sehe ich nicht so.“ Inwiefern das jetzt der olympische Geist ist, weiß ich nicht. Was ich weiß, ist, dass Herr Kiefer den Südafrikaner dann doch geschlagen hat, doch besiegt hat, auch wenn er nicht musste …
Heute dann vier Mal Gold für uns (ich erinnere mich doch an den Tag: vier Mal Gold für uns am vierten Tag und damit Platz vier im Medaillenspiegel!). Ich bin jetzt ein großer Fan des Vielseitigkeitsreitens. Und nach dem Desaster in Athen (man lese als nicht-Olympia-Dauergucker bitte hier die Anmerkungen zur Mannschaftsentscheidung der Vielseitigkeitsreiter) ist es nur ausgleichende Gerechtigkeit, dass wir jetzt endlich dieses Gold haben und dass die Franzosen Letzte geworden sind. Und das dazu genau 20 Jahre nachdem der große Dr. Reiner Klimke, Vater der heutigen Gewinnerin Ingrid Klimke, auf dem legendären, äpfelnden Ahlerich seine letzte olympische Medaille gewann.
Vor allem bin ich aber Fan von Hinrich Romeike und Marius. Ein schleswig-holsteinischer Zahnarzt als Doppelolympiasieger: was kann es Sympathischeres geben? Genau sowas will ich sehen!
Sonst: Die Micheal-Phelps-Medaillenjagd geht weiter. Bislang: 3/8.
Also: Mal gucken … Immer gucken und mehr gucken und am besten alles gucken!
Gespeichert unter: Bollywood, Filme & Fernsehen | Schlagworte: Berlinale, Bollywood, Filme & Fernsehen, Pferde, reiten, Shahrukh
Wie jeder weiß, war ja kürzlich mal wieder Berlinale. Und wie ebenso jeder weiß, war dieses Jahr auch der in diesem Blog schon erwähnte Shahrukh Khan dabei. Oder Shah Rukh Khan. Ich hab das mit der Schreibweise noch nie verstanden. Die Inder allerdings auch nicht. Ich glaube, es gibt absolut kein System. In den Credits zu sämtlichen Filmen steht es auch mal so, mal so. Jedenfalls bin ich nach einigen Recherchen zu dem Schluss gekommen, dass er wohl Shahrukh heißt, aber lieber Shah Rukh heißen würde. Der Inder im Allgemeinen nimmt es ja nicht so genau mit sowas. Ich also nenne ihn Shahrukh, weil er Shahrukh heißt. Ich nenne alles beim richtigen Namen.
Jedenfalls hat mich dieser Berlinale-Besuch wieder einmal dazu gebracht, sämtliche Bollywood-Filme („Flime von BW“) in meinem Besitz noch einmal zu gucken. Unglücklicherweise sind das an die 50 und bei einer durchschnittlichen Filmlänge von drei Stunde kostet einen das ein gefühltes halbes Leben. Schuld an dieser ganzen Misere ist übrigens Charlotte, die vor einigen Jahren einige Monate in Indien verbrachte. Als Vorbereitung darauf mussten wir natürlich immer gemeinsam Bollywood-Filme gucken. Meine anfängliche Abneigung („Bollywood ist der größte Scheiß der Welt!“ – „Ich korrigiere: Bollywood ist der größte Scheiß des Universums!!!“) habe ich dabei ziemlich schnell abgelegt. Heute bin ich Fan.
Ich sah also Bollywood-Filme und kürzlich „Asoka„. Ich mag diesen Film und Charlotte hasst ihn. Charlotte hasst alle historischen Filme und wenn auch nur die geringste Chance besteht, dass einer der Darsteller in einem solchen Film sogar ein Schwert in die Hand nimmt, dann wird aus diesem Hass allertiefste Verachtung. Bei mir ist es im Grunde genau umgekehrt. Zu „Asoka“ selbst habe ich nicht viel zu sagen. Dafür aber umso mehr zu den Specials auf der DVD. Genauer: Zu einer ganz bestimmten Szene.
Ich glaube, in dieser Szene findet sich die Essenz dessen, warum ich Fan bin. Es geht um die große Kampfszene am Ende des Films und um die Schwirigkeiten, die alle Beteiligten mit ihr hatten. Denn natürlich spielen sie meist nur in modernen Filmen und da ist man sowas natürlich nicht gewöhnt. Nachdem also ersteinmal über gefühlte Stunden betont wurde (besonders natürlich von Shahrukh), dass er – als indischer Schauspieler im Gegensatz zu den westlichen – ALLES tun würde, was sein Regisseur ihm sagt – und das NATÜRLICH völlig OHNE Rücksicht auf Verluste!), geht es übergangslos weiter zum nächsten Thema: dem Reiten. Shahrukh muss in diesem Film auch reiten, tut es natürlich, weil sein Regisseur es ihm sagt und das, obwohl er es überhaupt nicht leiden kann. Aus ganz besonderen Gründen Und so hört sich das im Original an (es ist unendlich schade, dass man diesen genuin indischen Akzent im Schriftbild nicht darstellen kann):
„I don’t like riding horses. I find it two ways difficult. One: Technically I’m not a rider. I’ve tried to learn, I could not learn it. Second: I’m scared of horses, because I’m not a good rider. And more importantly so I find it a little wrong to be riding on a living being. I find it very strange. You know, somehow it makes me feel a little too manly. I think it’s too martial thing to do. I can’t do it. I can’t be on a living thing and say ‘move’ and pull at its face and stuff. I get … I’m a little … You may say a little squirmish, a little scared of hurting animals. I like animals.“
Was in etwa die beste Begründung ist, die man sich vorstellen kann. Am Ende hat es aber dann doch ganz gut geklappt. Aber der Regisseur hat ja auch gesagt … Ich liebe Bollywood!

Dachs.