Fernmuendliches


… und zurück: Vom Koller zu(m) Kuller(augen)!

Also nun … Der zweite Teil der Darstellung. Wie schon beschrieben, glaube ich ja, dass sich das Wort „Kulleraugen“ vom (Pferde)Koller ableitet, da die Pferde bestimmt große Augen bekommen, wenn sie einen Koller haben. Nun können auch Menschen einen haben, einen Koller – und dementsprechend große Augen bekommen! Die besten Beispiele dafür – zumindest die beste Visualisierung – findet man recht weit östlich von uns, nämlich in Japan. Dort gibt es Mangas und Animes. Dort haben alle Kulleraugen (zumindest werden alle so gezeichnet, von der Realität wollen wir hier mal nicht sprechen) und so ist es auch kein Wunder, dass es Websites gibt, die kulleraugen.de heißen und „die große Manga und Anime Community“ sind. Oder sich selbst so nennen. In Animes und Mangas hat man wohl ganz einfach Kulleraugen.

Ich habe natürlich auch einen Lieblingsanime. Und weil ich wieder zu neugierig war auch einen Lieblingsmanga (ich meine: hallo? Die armen Anime-Gucker wissen bis heute nicht, woher Kakashi sein Sharingan hat! Obwohl ich jetzt natürlich über die Herkunft des Mangekyo-Sharingan rätseln muss, aber das müssen die genauso! – ebenso wie man seit letzer Woche über das Gut-oder-böse-sein von Itachi rätseln muss. Und wer ist überhaupt Pein???) … mein Lieblings… ist jedenfalls „Naruto„. Zugegebenermaßen ist Naruto auch der einzige Manga/Anime, den ich lese/gucke, aber das soll hier nicht viel zur Sache tun.

Wenn man Animes guckt, dann muss einem zwangsläufig auffallen, dass sich die Kulleraugentendenz der Protagonisten, in dem Moment, in dem sie einem Koller bekommen, mindestens verhundertfacht und von einer Tendenz zu einer ausgewachsenen Kulleraugenübertreibung wird. Kulleraugen ist gar kein Ausdruck mehr. Das kann man auch bei Naruto sehen:

Daraus ließe sich jetzt einiges schlussfolgern. Die Kulleraugen kommen vom Koller, den nicht nur Pferde, sondern auch Menschen bekommen können (über den wütenden sprechen wir hier). Logischerweise bekommt man dann auch als Mensch Kulleraugen, wenn mal einen Koller hat. Siehe Naruto. Und da soll noch einer sagen, die These sei weit her geholt …

Ich mag bei Naruto übrigens nicht nur die Kulleraugen, sondern vor allem die Art, wie man dort läuft – hier macht Sasuke das mal vor und bekommt am Anfang wohl auch einen kleinen Koller mit kleinen Kulleraugen (eigentlich sind nur die ersten 30 Sekunden wichtig):

… Es soll ja auch Menschen geben, die immer so laufen …

Ich werde versuchen, mir bis zum nächsten Eintrag eine Theorie über den Zusammenhang von Kulleruagen und dem Laufen mit nach hinten gestreckten Armen zu überlegen. Noch sehe ich da nämlich keinen Zusammenhang, aber das kann eigentlich nicht sein. Ich bin mir sicher, es gibt einen. Es muss, es muss, es muss!!!

Japan.

Und noch was (an Lotte): U -



Von Kuller(augen) zum Koller …
29 April, 2008, 9:24
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Gerade habe ich eine großartige Entdeckung gemacht. Beim Gebrauch des Wortes „Kulleraugen“ wunderten wir uns über die Herkunft dieses Wortes. Das Googlen nach „Kuller“ führte uns zur folgender Quelle: „Oeconomische Encyclopädie, oder allgemeines System der Staats-, Stadt-, Haus-, und Landwirthschaft in alphabetischer Ordnung von D. Johann Georg Krünitz“.

Über die Herkunft des „Kuller-“ bei den „Kulleraugen“ kann ich nach wie vor nur Mutmaßungen anstellen, aber dazu vielleicht noch gegen Ende dieses Beitrages etwas. Zunächst einmal etwas zum Koller. Denn dorthin wird man verwiesen, gibt man bei dieser Enzyklopädie das Wort „Kuller“ ein.

Der Koller ist „die Beraubung der Sinne bey den Thieren, besonders bey den Pferden. Daher kollerig, den Koller habend. Ein kolleriges Pferd.“

Doch Herr Krünitz weiß noch mehr: „Unter dem Koller versteht man eine gewisse Verletzung der Sinne bey dem Thiere, die sich bald auf diese, bald auf jene Art äussert. Man theilt ihn gemeiniglich in den stillen und in den wüthenden Koller ein. Der so genannte Sonnen=Koller scheint keine besondere Art auszumachen.“

Mich hat der stille Koller ja eigentlich mehr begeistert, denn „Bey dem stillen, dummen oder tauben Koller, sind die Thiere ganz dumm und unempfindlich. Wenn sie eben davon befallen sind, stehen sie wo und wie man sie hinstellt. Man kann einem kollerigen Pferde die Füße kreutzweise über einander stellen, ohne daß es sie wieder in die ordentliche Lage bringt; und da ein Pferd sonst nicht leidet, daß man ihm die Ohren inwendig viel berührt, so kann man einem kollerigen Pferde hingegen den Finger ganz tief in das Ohr stecken, ohne daß es sich dabey rührt.“

Bemerkenswert fand ich allerdings auch eine Beobachtung zum wütenden Koller (man sollte sich an dieser Stelle erneut vergegenwärtigen, dass es hier um Tiere, besonders aber um Pferde geht). Hat das Pferd nämlich einen wütenden Koller, wütet es natürlich, rast und: „es klettert an den Wänden in die Höhe“.

Der Eintrag zum Koller ist sehr lang, ich kann ihn allerdings nur wärmstens empfehlen. Wie überhaupt die gesamte Enzyklopädie.

Und ich denke, Kulleraugen heißen Kulleraugen, weil die Pferde, wenn sie einen Koller haben, bestimmt auch immer hervortretende Augen bekommen (zumindest beim wütenden Koller) – dann werden die Augen ganz groß. Nicht erklären kann ich mir allerdings, warum die Kulleraugen dann irgendwie so eine niedliche Konnotation haben …

Griechenland.