Fernmuendliches


Über das Reiten in Indien
6 März, 2008, 5:03
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Wie jeder weiß, war ja kürzlich mal wieder Berlinale. Und wie ebenso jeder weiß, war dieses Jahr auch der in diesem Blog schon erwähnte Shahrukh Khan dabei. Oder Shah Rukh Khan. Ich hab das mit der Schreibweise noch nie verstanden. Die Inder allerdings auch nicht. Ich glaube, es gibt absolut kein System. In den Credits zu sämtlichen Filmen steht es auch mal so, mal so. Jedenfalls bin ich nach einigen Recherchen zu dem Schluss gekommen, dass er wohl Shahrukh heißt, aber lieber Shah Rukh heißen würde. Der Inder im Allgemeinen nimmt es ja nicht so genau mit sowas. Ich also nenne ihn Shahrukh, weil er Shahrukh heißt. Ich nenne alles beim richtigen Namen.

Jedenfalls hat mich dieser Berlinale-Besuch wieder einmal dazu gebracht, sämtliche Bollywood-Filme („Flime von BW“) in meinem Besitz noch einmal zu gucken. Unglücklicherweise sind das an die 50 und bei einer durchschnittlichen Filmlänge von drei Stunde kostet einen das ein gefühltes halbes Leben. Schuld an dieser ganzen Misere ist übrigens Charlotte, die vor einigen Jahren einige Monate in Indien verbrachte. Als Vorbereitung darauf mussten wir natürlich immer gemeinsam Bollywood-Filme gucken. Meine anfängliche Abneigung („Bollywood ist der größte Scheiß der Welt!“ – „Ich korrigiere: Bollywood ist der größte Scheiß des Universums!!!“) habe ich dabei ziemlich schnell abgelegt. Heute bin ich Fan.

Ich sah also Bollywood-Filme und kürzlich „Asoka„. Ich mag diesen Film und Charlotte hasst ihn. Charlotte hasst alle historischen Filme und wenn auch nur die geringste Chance besteht, dass einer der Darsteller in einem solchen Film sogar ein Schwert in die Hand nimmt, dann wird aus diesem Hass allertiefste Verachtung. Bei mir ist es im Grunde genau umgekehrt. Zu „Asoka“ selbst habe ich nicht viel zu sagen. Dafür aber umso mehr zu den Specials auf der DVD. Genauer: Zu einer ganz bestimmten Szene.

Ich glaube, in dieser Szene findet sich die Essenz dessen, warum ich Fan bin. Es geht um die große Kampfszene am Ende des Films und um die Schwirigkeiten, die alle Beteiligten mit ihr hatten. Denn natürlich spielen sie meist nur in modernen Filmen und da ist man sowas natürlich nicht gewöhnt. Nachdem also ersteinmal über gefühlte Stunden betont wurde (besonders natürlich von Shahrukh), dass er – als indischer Schauspieler im Gegensatz zu den westlichen – ALLES tun würde, was sein Regisseur ihm sagt – und das NATÜRLICH völlig OHNE Rücksicht auf Verluste!), geht es übergangslos weiter zum nächsten Thema: dem Reiten. Shahrukh muss in diesem Film auch reiten, tut es natürlich, weil sein Regisseur es ihm sagt und das, obwohl er es überhaupt nicht leiden kann. Aus ganz besonderen Gründen Und so hört sich das im Original an (es ist unendlich schade, dass man diesen genuin indischen Akzent im Schriftbild nicht darstellen kann):

„I don’t like riding horses. I find it two ways difficult. One: Technically I’m not a rider. I’ve tried to learn, I could not learn it. Second: I’m scared of horses, because I’m not a good rider. And more importantly so I find it a little wrong to be riding on a living being. I find it very strange. You know, somehow it makes me feel a little too manly. I think it’s too martial thing to do. I can’t do it. I can’t be on a living thing and say ‘move’ and pull at its face and stuff. I get … I’m a little … You may say a little squirmish, a little scared of hurting animals. I like animals.“

Was in etwa die beste Begründung ist, die man sich vorstellen kann. Am Ende hat es aber dann doch ganz gut geklappt. Aber der Regisseur hat ja auch gesagt … Ich liebe Bollywood!

Shahrukh reitet

Dachs.



Kinderarzt Doktor Fröhlich
3 März, 2008, 4:21
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Ich habe schon überlegt, ob ich den Untertitel dieses Blogs ändern sollte. Ändern in „Was Charlotte sieht und Anne auch, wenn man sie darauf hinweist und Anne allein dann aufschreibt“. Charlottes dauerhafte Arbeitsverweigerung bezüglich der Befüllung dieses Blogs nimmt jedenfalls immer extremere Züge an und führt immer häufiger zu Aussprüchen wie „Ich bin so scheiße!“. Ich wüsste einen Weg aus dieser Misere …

Charlotte und ich haben gerade einen Film gesehen: „Kinderarzt Doktor Fröhlich“ (Kidnerart Dockter Fröhlihc“). Darin spielt Roy Black eben diesen und es geht meist um das Peterle (es heißt auch grundsätzlich DAS Peterle, ähnlich wie der Peter in der „Schönen Magelone“ immer DER Peter heißt – es scheint also tatsächlich am Namen zu liegen und wenn DAS Peterle erstmal ein wenig älter geworden ist, müsste aus ihm folgerichtig eines Tages DER Peter werden …).

Das Peterle jedenfalls ist der Neffe Fräulein Holms, das ihn großzieht und natürlich immer für seine Mutter gehalten wird (auch von dem Peterle). Das macht ihr schwer zu schaffen, denn schließlich erdreisten sich manche Menschen tatsächlich, sie FRAU Holm zu nennen, weil sie glauben, FRAU Holm habe nun einfach Mann und Kind. Sie hat aber weder noch, eben nur das Peterle. Und das Peterle leidet sehr darunter, dass es keinen Vater hat und bekommt vor lauter seelischem Schmerz in regelmäßigen Intervallen „Anfälle“. Daraufhin muss natürlich sofort ein Arzt verständigt werden, im besten Falle Roy Black, der der Mutter rät: „Bitte beunruhigen Sie sich nicht, ich bin gleich da.“

Auch im Folgenden entwickeln sich durchaus unterhaltsame Dialoge zwischen Fräulein Holm und Roy, bei denen es natürlich immer um das Peterle geht:

Fräulein Holm: „Was sollte ich machen? Ich hab halt immer wieder gesagt, Du musst Geduld haben, er wird schon kommen. Auf einmal wird der Vati da sein.“

Darauf Roy: „Geduld haben. Das ist schon das schwerste für einen kleinen Buben. Ich weiß das, ich war selber einer.“

Nach dieser durchaus überraschenden Einsicht passiert natürlich das Unvermeidliche. Das Peterle sieht Roy und hält ihn NATÜRLICH sofort für den Vati. Das bringt Fräulein Holm erneut in Verlegenheit und sie muss Roy folgendes mitteilen: „Er fragt, wann der Vati wiederkommt …“

Aber auch darauf weiß DER selbstverständlich eine Antwort: „Wann jeder Vati wiederkommt. Am Abend, nach der Arbeit.“ (Für den, der Filme mit Roy Black guckt, ist die Welt doch irgendwie einfacher …)

Natürlich kommt der Vati dann auch, am Abend, nach der Arbeit und singt ebenso natürlich ein Lied. Und schon dieses Lied allein beweist, dass das Peterle definitiv zu den nervigsten Kindern der Filmgeschichte gehört (Kinder in Filmen sind sowieso so eine Sache, ähnlich wie Kinder in Büchern – die meisten sind schlicht unerträglich: wie das Peterle):

Bemerkenswert ist auch, das Tempo: Roy bekommt dieses quietschende Peterle doch tatsächlich in weniger als 2:50min von der Wanne ins Bett … Aber gut, es ist schließlich auch Roy, der da am Werke ist.

Ich habe ja so meine Theorien über Roy Black. Beziehungsweise über Roy Black und Shahrukh Khan. Ich kann mir nämlich beim besten Willen nicht vorstellen, dass diese beiden tatsächlich zwei verschiedene Menschen sein sollen – und wenn sie es doch sind, dann doch bitte wenigstens enge Verwandte.

Eigentlich ist alles an ihnen identisch. Auch die Filme, nur dass Roy meist runde eineinhalb Stunden schneller ist (aber wer das Peterle in 2:50min ins Bett kriegt …). Aber dazu vielleicht ein andermal mehr.

Der Film jedenfalls ist über jeden Zweifel erhaben. Lothar Lambert sagte: „Diese Schauspieler sind ja längst Institutionen. Man mag sie oder man mag sie nicht – die Frage nach der Qualität erübrigt sich eigentlich.“ Und wir mögen sogar die Schauspieler! – Wenn nur das Peterle nicht wäre. Hier ein letzter Beweis für seine quietschende Unerträglichkeit:

Und (ich bin es ja schon gewohnt, mit mir selbst zu spielen): Ente.