Gespeichert unter: Befindlichkeiten, Filme & Fernsehen, Olympia | Schlagworte: Einmarsch, Fernsehen, Olympia, olympische Spiele. Eröffnungsfeier, olympisches Feuer
Seit gestern ist endlich wieder Olympia, da freue ich mich ja schon seit vier Jahren drauf. Olympische Sommerspiele sind schon irgendwie besser als Winter-, warum, weiß ich auch nicht so genau. Wahrscheinlich, weil sie einfach noch größer sind, also noch olympischer … Jedenfalls ist jetzt wieder und ich bin jetzt schon am Ende meiner Kräfte.
Ich bin absolut überzeugter und bekennender Olympia-Fan und das heißt für mich: wenn Olympia ist, dann müssen alle Prioritäten verschoben werden. Priorität eins hat ab jetzt: ausschließlich Olympia. Aber dass es so schwer werden würde … Natürlich habe ich vor Beginn der Spiele (das gehört übrigens zu meinen Lieblingsausdrücken: „die Spiele“) mal den einen oder anderen Gedanken daran verschwendet, dass die in Peking natürlich irgendwie eine andere Uhrzeit haben als wir hier, aber dann habe ich immer an Sydney gedacht und gedacht, dass es schlimmer wohl kaum kommen kann und da ging es ja schließlich auch … Ich glaube aber, es ist schlimmer.
Bis zum 24. August werde ich also versuchen müssen, mein komplettes Leben in die kurze Zeit zwischen ca. 16:30 und 2:00 MEZ zu quetschen. Zwischen 2:00 und 16:30 muss ich nämlich Olypmpia gucken und das möglichst, ohne zu schlafen. Dass ich das nicht ganz schaffen werde und dass ich auch noch gezwungen bin, während der Spiele wegzufahren (und das auch noch während des (womöglich) historischen Finallaufs über 1500m Freistil der Herren), macht mich etwas wütend, aber eigentlich bin ich schon zu erschöpft, um noch wütend zu sein. Trotzdem: als Fan guckt man einfach alles!
Seit gestern ist endlich wieder Olympia. Natürlich habe ich auch die Eröffnungsfeier gesehen, die ganzen langen Stunden ohne Unterbrechung. Ich bin ein großer Fan von solchen Veranstaltungen, gerade weil sie so langweilig sind. Mein persönliches Highlight ist immer wieder der Einmarsch der Nationen, denn ganz ehrlich: was kann es Langweiligeres geben? Und trotzdem sitze ich immer wieder vor dem Fernseher und gucke zu und warte, erwarte die deutsche Mannschaft, weil ich immer denke, dass das bestimmt ganz toll wird, obwohl ich in dem Moment schon weiß, dass es das überhaupt nicht wird und das alles genau so langweilig bleibt, wie es jetzt schon ist und mit zunehmender Zeit immer nur noch langweiliger, ganz egal, wer da gerade reinläuft und … Herrlich, dieses gelangweilte Warten auf die erwartete Enttäuschung der Erwartung! Und das gleich mehrere Stunden lang!
Dieses Jahr habe ich mir versucht einzureden, dass der Einmarsch nicht ganz so langweilig ist, wie sonst immer. Schließlich marschierte man in einer für den normalen Mitteleuropäer nicht unbedingt nachvollziehbaren Reihenfolge (nach der Zahl der Striche im chinesischen Schriftzeichen am Anfang des Ländernamens) und so war jedes Land (abgesehen natürlich von Griechenland und dem Gastgeber) eine Überraschung und ich durfte bis zu Land 198 von 204 gespannt auf Deutschland warten. Es war trotzdem genauso langweilig wie sonst auch immer.
Wenn dann alles endlich drin sind im Stadion, was naturgemäß immer länger dauert als vom Veranstalter kalkuliert, obwohl der schon immer mehrere Stunden einplant, dann geht es weiter und ist doch immer das gleiche: da wird die olympische Fahne reingetragen und gehisst, da wird flugs der eine oder andere Eid geleistet, die olypmpische Hymne gesungen und dann muss auf möglichst spektakuläre Art und Weise das olympische Feuer entzündet werden, mit der Fackel, die vorher einmal um die Welt gereist ist. Ich kann mich noch gut darin erinnern, wie ich 1992 bei meinem Bruder im Bett lag, der aufgrund seines herannahenden Auszugs schon einen eigenen Fernseher besaß (damals war das ja noch nicht üblich), und zugesehen habe, wie irgendein Bogenschütze einen brennenden Pfeil in dieses Teil geschossen hat, wo dann das Feuer drin brannte. 1992 in Barcelona … Irgendwie sind es dann doch einprägsame Momente – 1996 in Atlanta war es zu meiner großen Freude Muhammed Ali, der die Ehre hatte, 2000 in Sydney stand Cathy Freeman da irgendwie im Wasser rum, 2004 war es glaube ich ein griechischer Segler, der das in Athen machen durfte (was aber sonst sehr unspektakulär war) und gestern war es dieser chinesische Turner – und das war dann sogar ein wenig spektakulär, obwohl mir auch ein bisschen schlecht wurde … Olympische Spiele eben: als Fan kann man sich an sowas erinnern!
Ich gehe jetzt die mir verbleibenden vier Stunden noch etwas nutzen, bis es wieder soweit ist. Ich werde sowieso noch viel zu viel über Olympia erzählen an dieser Stelle (obwohl ich mich wirklich jedes Mal beim Wort „Olympia“ oder „olympisch“ verschreibe). Und außerdem muss ich meine Kräfte ab jetzt wirklich gut einteilen!
Ach ja, ich hab die Tauben vergessen: es müssen auch immer Tauben freigelassen werden, auch wenn das mit dem olympischen Frieden nun dieses Mal wirklich überhaupt nicht klappt und auch wenn es keine echten Tauben mehr sein dürfen, seit die echten olympischen Tauben in Seoul gleich mal ins olympische Feuer geflogen sind und … Aber Tauben sind auch wichtig! Das musste jetzt noch hinterher …
Gespeichert unter: Filme & Fernsehen, ohne Worte | Schlagworte: 24, Fernsehen, Lost, Schrank
Ich überlege, ob dies ein guter Moment wäre, um meine Drohung wahr zu machen und Charlotte die Administratorrechte zu streichen. Ich denke, sie würde es noch nicht einmal bemerken. Jedenfalls nicht innerhalb der nächsten 24 Stunden.
Fernab davon bin ich gerade etwas stolz auf mich. Vollständig unbegründet natürlich. Aber nachdem ich gestern den in etwa unproduktivsten und faulsten Tag seit Monaten einlegte (ich war doch wirklich gerade mal fünf Stunden wach), bin ich heute frisch und munter und bereit zu neuen Taten.
Eigentlich hatte ich für gestern geplant, mir die komplette erste Staffel „Lost“ anzusehen. Dass das – schon allein aus zeitlichen Gründen – nichts geworden ist, kann man sich denken. Aber nachdem ich die erste Folge unter (man muss wirklich sagen:) bestmöglichen Umständen sah und mich der Inhalt sogar einigermaßen begeisterte (und weil mir Freunde sowieso schon seit Jahren diese Serie einreden wollen, weil ich doch auch so ein großer „24″-Fan bin und bla bla bla: Ein Witz am Rande übrigens: Ich musste wirklich hell auflachen, als der Held (der Held, der Held, der Heldheldheld!) bei „Lost“ sich doch tatsächlich mit dem Namen „Jack“ vorstellte – wenn das nicht witzig ist, dann weiß ich auch nicht mehr!) … Jedenfalls werde ich mir das jetzt wohl ansehen müssen und damit zurück zu den bestmöglichen Umständen.
Ich war auf einer kleinen Feier und es war noch recht früh und ich sah „Lost“ – und ein Bild sagt mehr als tausend Worte:
Da saß ich dann auf diesem Stuhl und starrte in diesen Schrank auf dieser Feier. Alleine natürlich.
Es konnte keine bessere Situation geben. Und um der ganzen Sache noch die Krone aufzusetzen konnte ich doch tatsächlich allen Menschen, die das Zimmer betraten und mich allein auf einem einsamen Stuhl in diesen Schrank starren sahen und selbstverständlich sofort fragten, was ich denn täte, entgegnen: „Ich sehe fern!“ – „Sozialautismus galore“ würde jemand ganz bestimmtes das nennen, der maßgeblich für diese Situation mitverantwortlich war.
Um das Ganze dann aber doch etwas sozialverträglicher zu gestalten, mag an dieser Stelle noch erwähnt sein, dass wir wenig später alle im Halbkreis um den Schrank saßen. Es war ein wenig albern, aber für eine gewisse Zeit dann auch sehr schön.
Ente (Ich überlege, ob ich das „Alles-Speil“ abbreche und ein neues starte. Ich hätte da auch schon eins im Kopf …)

