Fernmuendliches


Sprach-Jackbauern
22 Juli, 2008, 9:34
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Nach über 24 Stunden des kommentarlosen Bestehens meiner Aufforderung an die vielen neuen und rätselhaften Besucher, sich doch zu erklären, habe ich mich damit abgefunden, dass WordPress kaputt ist. Ich schlafe jetzt wieder ruhiger (wenn ich denn schlafe) – der vorgebliche Ansturm auf unseren Blog hat mich schon recht irritiert. Jetzt teile ich einfach immer durch vier und glaube, dass das dann „schon irgendwie hinkommt“.

Nach über 15 Stunden 24 schlafe ich allerdings überhaupt nicht mehr. Eigentlich hatte ich ja nur vor, die verpassten vier Stunden nachzuholen und ab gestern wieder brav im Fernsehen mitzufiebern. Nur: Wie zum Teufel soll man es aushalten, noch ganze sieben Wochen zu warten, bis man weiß, wie die Staffel ausgeht?

Ich habe also resigniert und gucke sie jetzt einfach in eins durch. Im Grunde ist das sowieso die einzig adäquate Form sich Serien anzusehen. Bislang habe ich bei 24 immer eine Ausnahme gemacht und mir gesagt: „Anne, die Serie ist dazu gemacht im Fernsehen zu kommen, mit Werbung, mit Unterbrechungen“, aber das habe ich jetzt auch verworfen. Das heißt: nicht verworfen, aber wenn diese Menschen bei ProSieben es noch nicht einmal schaffen, ihre Werbepausen bei der verdammten einzigen Serie auf der ganzen Welt, die DAFÜR GEMACHT ist, dass es Werbepausen gibt, so zu platzieren, dass sie SINN MACHEN und nicht einfach die HANDLUNG UNTERBRECHEN, nur um dann die Uhr ohne Werbepause springen zu lassen und sowieso insgesamt noch nichtmal auf eine volle Stunde zu kommen, dann ZÄHLT DAS ARGUMENT NICHT MEHR!!!

Ich gucke jetzt also 24 und ähnlich wie vor kurzer Zeit, als ich Rome guckte und anfing Latein zu sprechen, fange ich jetzt an zu jackbauern. Na ja, nicht ganz. „Jackbauering“ ist eigentlich, wenn man irgendwie durch die Gegend rennt und unter unmenschlichem Zeitdruck und mit allen zur Verfügung stehenden Mittel fünf Millionen Probleme gleichzeitig zu lösen versucht und das dann auch (zumindest vorläufig) schafft, nur um im Grunde sofort wieder von vorne anzufangen, mit den nächsten Problemen. Das mache ich nicht, auch wenn ich ein neues Motto habe, das ich mir schon – dieses Mal nicht auf einen gelben Klebezettel, sondern: – auf meinen Bildschirmhintergrund geschrieben habe:

mein neues Motto (frei nach Jack Bauer)

mein neues Motto (frei nach Jack Bauer)

Meine Form des jackbauerns jedenfalls bezieht sich mehr oder minder auf Jacks Sprache – was in letzter Konsequenz eigentlich nur in völlige Sprachlosigkeit müden kann. Sehr zu Charlottes Missfallen habe ich mir so schon angewöhnt, immer wenn es mir passend erscheint ein lautes „We’re running out of time!“ durch die Wohnung zu schreien und sage auch nur noch selten „ja“ und „nein“, sondern immer „copy that“ oder „that’s a negative“.

Wichtige andere Sätze, die man beim Sprach-Jackbauering möglichst häufig verwenden sollte sind:

„I’ll get back to you“: Jedes Gespräch muss zwingend mit diesem Satz beendet werden.

„I give you my word“: Was man dann zwar versuchen sollte zu halten, aber nicht zwingend muss, denn:

„I’ll do what’s necessary“ oder „I’ll do whatever I have to do“ oder (wenn es schon zu spät ist) „It had to be done“: Das muss stets als Erklärung reichen, weil man Dinge nie erklären darf. Stattdessen sagt man:

„I’ll explain later“ oder auch einfach nur „I don’t have time to explain“.

Sollten dann noch Zweifel bestehen, kann man sie mit einem einfachen „Trust me“ oder „Right now you have to trust me“ ausräumen.

Für den Fall, dass man doch einmal Informationen von einem anderen Menschen benötigt, dann beginnt man mit:

„Patch me through (to …)“ und fragt dann:

„What’s your status?“

Und falls alle Stricke reißen, kann man immer noch einfach „TELL ME“ schreien oder brüllen (die Lautstärke ist sehr wichtig).

Eigentlich sollte man so mit elf knappen Sätzen durchs Leben kommen oder zumindest: durch den Tag. Für mich hört sich das durchaus gut an. In diesem Sinne: I’ll get back to you!



Jack Bauer findet Nemo
21 Juli, 2008, 4:43
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Seit gestern Nacht muss ich ständig lachen, und zwar über einen Satz. Ich musste gestern Nacht nämlich noch schnell vier Stunden 24 aufholen, da ich die letzten beiden Montag Abende nicht vor dem Fernseher verbringen konnte und es heute ja schon weitergeht … Der Satz geht so:

„‘Findet Nemo’ wäre unendlich viel spannender gewesen, hätte Jack Bauer nach ihm gesucht.“

(Ceterum censeo thriumphum emerere!)



24 Stunden: „this is the longest day of my life“
28 Juni, 2008, 7:18
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Letzte Woche habe ich mich sehr gefreut, weil eine neue Staffel 24 anfing. Ich habe mich gefreut, obwohl ich schlimmes befürchte. Ich habe schon die letzte Staffel 24 nur unter Protest zu Ende geguckt und die Sache dann nicht weiter verfolgt. Aber wenn es einem jetzt schon so vor die Nase gesetzt wird … Wenigstens ist Jack noch der alte. Er hat noch nichtmal eine Stunde gebraucht, bis er den ersten Feind totgebissen hatte. Jack ist mit Abstand der widerlichste Mensch („Mensch“), der mir je untergekommen ist.

24 jetzt also wieder: „I’m Federal Agent Jack Bauer – this is the longest day of my life.“ Nun, Federal Agent Jack Bauer bin ich (glücklicherweise) nicht, aber ich denke durchaus darüber nach, die vergangenen 24 Stunden zu den längsten meines Lebens zu erklären. Die vergangenen 24 Stunden Bachmannpreis. Ich gucke immer noch und schon wieder auf Video (Longplay), da ein nächtlicher Ausflug das Zusehen ab neun verhinderte (Möglichkeit b).

Ich erinnere mich noch gut an den letzjährigen Bachmannpreis, den ich auch über große Strecken auf Video sehen musste, da ich die Nacht zwischen den Lesungen auch einen Ausflug machte und – zwar nicht schaukelte – dafür aber in den Morgenstunden einen Otter bezwang.

Otter bezwingen

Ich frage mich, warum meine Freunde grundsätzlich nur in den frühen Morgenstunden des zweiten Bachmannpreistages mit mir auf Spielplätze gehen … (Und ich weiß, dass es eigentlich ein Biber ist, aber es ist trotzdem ein Otter!)

In einer Stunde werden endlich die Preise verliehen. Dann ist Bachmann 2008 am Ende und ich auch. Denn wie jedes Jahr fühle ich mich inzwischen in etwa wie dieses Foto. Recht verwackelt, unfähig zu fokussieren, von irgendetwas abgelenkt (hier von diesem roten Ding, obwohl es doch eingentlich nur um die Spatzen („Spadsen“) ging) und sehr, sehr müde …

24 stunden Bachmannpreis

Batman.



Ich und mein Stuhl vor dem Schrank
9 März, 2008, 12:10
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Ich überlege, ob dies ein guter Moment wäre, um meine Drohung wahr zu machen und Charlotte die Administratorrechte zu streichen. Ich denke, sie würde es noch nicht einmal bemerken. Jedenfalls nicht innerhalb der nächsten 24 Stunden.

Fernab davon bin ich gerade etwas stolz auf mich. Vollständig unbegründet natürlich. Aber nachdem ich gestern den in etwa unproduktivsten und faulsten Tag seit Monaten einlegte (ich war doch wirklich gerade mal fünf Stunden wach), bin ich heute frisch und munter und bereit zu neuen Taten.

Eigentlich hatte ich für gestern geplant, mir die komplette erste Staffel „Lost“ anzusehen. Dass das – schon allein aus zeitlichen Gründen – nichts geworden ist, kann man sich denken. Aber nachdem ich die erste Folge unter (man muss wirklich sagen:) bestmöglichen Umständen sah und mich der Inhalt sogar einigermaßen begeisterte (und weil mir Freunde sowieso schon seit Jahren diese Serie einreden wollen, weil ich doch auch so ein großer „24″-Fan bin und bla bla bla: Ein Witz am Rande übrigens: Ich musste wirklich hell auflachen, als der Held (der Held, der Held, der Heldheldheld!) bei „Lost“ sich doch tatsächlich mit dem Namen „Jack“ vorstellte – wenn das nicht witzig ist, dann weiß ich auch nicht mehr!) … Jedenfalls werde ich mir das jetzt wohl ansehen müssen und damit zurück zu den bestmöglichen Umständen.

Ich war auf einer kleinen Feier und es war noch recht früh und ich sah „Lost“ – und ein Bild sagt mehr als tausend Worte:

bestmögliche Umstände

Da saß ich dann auf diesem Stuhl und starrte in diesen Schrank auf dieser Feier. Alleine natürlich.

meine Aussicht

Es konnte keine bessere Situation geben. Und um der ganzen Sache noch die Krone aufzusetzen konnte ich doch tatsächlich allen Menschen, die das Zimmer betraten und mich allein auf einem einsamen Stuhl in diesen Schrank starren sahen und selbstverständlich sofort fragten, was ich denn täte, entgegnen: „Ich sehe fern!“ – „Sozialautismus galore“ würde jemand ganz bestimmtes das nennen, der maßgeblich für diese Situation mitverantwortlich war.

Um das Ganze dann aber doch etwas sozialverträglicher zu gestalten, mag an dieser Stelle noch erwähnt sein, dass wir wenig später alle im Halbkreis um den Schrank saßen. Es war ein wenig albern, aber für eine gewisse Zeit dann auch sehr schön.

Ente (Ich überlege, ob ich das „Alles-Speil“ abbreche und ein neues starte. Ich hätte da auch schon eins im Kopf …)