Fernmuendliches


Olympia: fortschreitende Ermüdung und Reiten
12 August, 2008, 7:55 Uhr nachmittags
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Olympia ist erst seit wenigen Tagen, aber ich habe schon vergessen, seit wievielen. Sowieso vergesse ich vieles, aber Olympia macht es einem auch nicht unbedingt einfach. Heute zum Beispiel dauerte die Übertragung bis 19:00 Uhr, da wird die ohnehin nur knappe Lebenszeit nur noch mehr verkürzt. Der positive Nebeneffekt ist aber natürlich, dass die noch viel knappere Olympiazeit sich verlängert, also wer bin ich, mich zu beschweren … Ich leide zwar mittlerweile Nacht für Nacht unter Anfällen von Realitätsverlust, bei denen ich kaum mehr weiß, wer ich bin, wo ich bin und was ich überhaupt mache, aber damit kann ich ganz gut leben. Oft denke ich auch, ich hätte eine wichtige Mission, die ich erfüllen muss und springe ganz aufgeschreckt aus dem Bett oder ich meine, ich könnte die Geschehnisse im Fernseher beeinflussen, weil sie in Wahrheit ein Konsolenspiel sind und greife nach dem Controller …

Gestern jedenfalls war ein recht trauriger Tag, da meine große Olympiahoffnung Wilhelm Gratschow schon in der ersten Runde der Boxwettbewerbe im Federgewicht ausschied. Wilhelm Gratschow, das muss man dazu wissen, startet nämlich für den durchaus erfolgreichen Boxverein BCV Gifhorn. Soweit ich weiß, war er unsere einzige Hoffnung in Peking, aber na gut … Vielleicht wäre das auch etwas zu viel des Guten gewesen.

Aufheitern konnte mich zum Glück Nicolas Kiefer, der über seinen nächsten Gegner sprach - einen Südafrikaner auf Platz einhundertirgendwas der Weltrangliste: “Alle werden sagen, ich muss ihn besiegen, ich muss ihn schlagen. Das sehe ich nicht so.” Inwiefern das jetzt der olympische Geist ist, weiß ich nicht. Was ich weiß, ist, dass Herr Kiefer den Südafrikaner dann doch geschlagen hat, doch besiegt hat, auch wenn er nicht musste …

Heute dann vier Mal Gold für uns (ich erinnere mich doch an den Tag: vier Mal Gold für uns am vierten Tag und damit Platz vier im Medaillenspiegel!). Ich bin jetzt ein großer Fan des Vielseitigkeitsreitens. Und nach dem Desaster in Athen (man lese als nicht-Olympia-Dauergucker bitte hier die Anmerkungen zur Mannschaftsentscheidung der Vielseitigkeitsreiter) ist es nur ausgleichende Gerechtigkeit, dass wir jetzt endlich dieses Gold haben und dass die Franzosen Letzte geworden sind. Und das dazu genau 20 Jahre nachdem der große Dr. Reiner Klimke, Vater der heutigen Gewinnerin Ingrid Klimke, auf dem legendären, äpfelnden Ahlerich seine letzte olympische Medaille gewann.

Vor allem bin ich aber Fan von Hinrich Romeike und Marius. Ein schleswig-holsteinischer Zahnarzt als Doppelolympiasieger: was kann es Sympathischeres geben? Genau sowas will ich sehen!

Sonst: Die Micheal-Phelps-Medaillenjagd geht weiter. Bislang: 3/8.

Also: Mal gucken … Immer gucken und mehr gucken und am besten alles gucken!



Ein neues Hobby
3 August, 2008, 4:11 Uhr nachmittags
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„Trainspotting“ heißt es, wenn man sich ohne Selbstmordgedanken an Bahnstrecken positioniert, um vorbeifahrende Züge zu beobachten und zu fotografieren. Laut Wiki werden „Trainspotter“ in Deutschland auch etwas salopp als „Fuzzis“ bezeichnet. Was bei den „Fuzzis“ natürlich viel zu kurz kommt, ist die Begutachtung des Zuginterieurs. Weil ich ja ein “Drinni” bin und zudem noch viel mit dem Zug fahre, kann ich diese Aufgabe super übernehmen. Mein Traum ist es eh, den ganzen Tag mit der Eisenbahn zu fahren, entweder mit Bahncard 100 oder als Zugbegleiter. Das Problem ist bei Letzterem nur, dass man dafür scheinbar gar nicht ausgebildet werden kann, jedenfalls nicht, wenn man auf der Homepage der Bahn guckt. Was aber gut ist: Bei allen (anderen) Ausbildungsplätzen der Bahn lernt man zu rangieren.

Wie auch immer, hier kommt ein erster Einblick in meine Sammlung:

ICE 546. Ein Klassiker

ICE 546 Berlin-Bielefeld. Ein Klassiker

ICE 546. Eine charakteristische Armlehne

ICE 546. Eine charakteristische Armlehne

ICE 78 Hannover-Hamburg. Fußbereich

ICE 78 Hannover-Hamburg. Fußbereich

Auch ICE 78. In renovierten ICEs fehlt die Fußstütze

Auch ICE 78. In renovierten ICEs fehlt die Fußstütze

Stehen im ICE 685 Hamburg-Hannover. Nicht im Bild ist die Feuerwehr Vellmer auf Betriebsausflug

Stehen im ICE 685 Hamburg-Hannover. Nicht im Bild ist die Feuerwehr Vellmer auf Betriebsausflug



West-Westdeutschland Teil 4: Zurück nach Berlin
26 Mai, 2008, 10:29 Uhr nachmittags
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Sonntag sind wir dann wieder nach Hause gefahren. Ich kann nicht sagen, dass mir der Abschied vom Selfkant und von West-Westdeutschland wirklich schwer gefallen ist. Dann doch lieber noch Bayern. Da habe ich auch Verwandtschaft, vielleicht mag ich es deshalb etwas lieber, aber ich glaube, das wäre auch sonst so. In Bayern ist zwar auch alles etwas komisch, aber wenigstens nicht so proletarisch-laut-polternd wie im Westen.

Bevor wir uns auf den Weg gemacht haben, waren wir noch in Millen. Über die Grabsteine dort hat Falk schon berichtet. Jetzt kann ich hier noch was über die Kirche schreiben, die wir nicht besichtigen konnten, was ich ein absolutes Unding fand, denn erstens war an diesem Sonntag gar kein Gottesdienst, den man hätte stören können …

Kein Gottesdienst in Millen

… und zweitens kam just in dem Moment, als wir vor der Kirche vorfuhren eine Touristengruppe, komplett mit bunten um den Bauch geschnürten Jacken und komischen Rucksäcken aus dieser Kirche heraus! Wir aber mussten draußen bleiben.

Die Kirche von außen zeichnete sich nun dadurch aus, das sie vollständig mit Einritzungen übersäht war. Das scheint so eine Art Volkssport in Millen zu sein.

Verritzte Kirche in Millen

Man scheint das auch heute noch zu betreiben und schon vor hundert Jahren betrieben zu haben. Wozu genau es dient, ist mir nicht klar. Ich meine, eine Kirche ist kein Baum … Von Bäumen kenne ich das … Na ja, hier noch zwei Beweisfotos:

Einritzung heute

Einritzung damals

Dann sind wir nach Geilenkirchen gefahren, zum Bahnhof. Das war dann das Ende unseres Aufenthalts in West-Westdeutschland. Vom Geilenkirchener Bahnhof, dessen McDonalds verdächtig aussieht wie Noras Grill in Süsterseel …

McDonalds Geilenkirchen

… mit dem Wupper-Express über Mönchengladbach Hauptbahnhof …

Mönchengladbach Hauptbahnhof

… nach Düsseldorf und von dort mit dem ICE zurück nach Berlin. Ohne Bier und Suppenspatz im BordRestaurant, einfach nur in den Sitzen liegend und sich freuend, dass man nun den Westen Deutschlands wieder verlässt.

Ich mag ihn nicht.

Den Westen.

Insofern … Möge unser Gastgeber das nächste Mal doch bitte wieder nach Berlin kommen.

Ich bin jedenfalls wieder hier. Zum Glück. Endstation Ostbahnhof.

Berlin Ostbahnhof



West-Westdeutschland Tag 1: Die Fahrt
26 Mai, 2008, 10:28 Uhr nachmittags
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Das letzte Wochenende habe ich am anderen Ende der Republik verbracht. Man unterschätzt die Breite Deutschlands ja immer. Wenn man auf eine Karte guckt, dann denkt man immer, Deutschland sei lang, aber ich glaube, dass das eine optische Täuschung sein muss. Deutschland ist breit. Sehr breit. Und ich fuhr nun aus dem Osten (wobei noch nichtmal aus Ost-Ostdeutschland, sondern nur aus Berlin) in den Selfkant, die westlicheste Gemeinde Deutschlands, also den absoluten West-Westen (siehe Wikipedia “Liste der Ortsnamen, die mit Artikel gebraucht werden“: DIE Bronx, DER Selfkant …: Die Parallele hat was.).

Ich fuhr nicht alleine, sondern in Begleitung. Eine andere Perspektive auf den Selfkant und das ganze drum herum, findet sich dementsprechend bei meinem Begleiter, also hier. Den ersten Tag unserer Reise kann man getrost mit den Worten “der Weg ist das Ziel” umschreiben, schließlich trafen wir erst nach Mitternacht in Geilenkirchen ein, wahrscheinlich der nächstliegende Bahnhof für unser endgültiges Ziel Süsterseel.

Dazwischen lag eine lange Bahnfahrt. Schon im Vorfeld haben wir uns viele Gedanken darüber gemacht, wie wir die Zeit verbringen könnten. Am Ende kam es mir gar nicht so lange vor, aber das lag wohl an vielen verschiedenen Faktoren. Wir reisten im BordRestaurant des ICE 542 von Berlin nach Köln/Bonn (mit Zugteilung in Hamm). das BordRestaurant ist in meinen Augen der einzig adäquate Platz für eine solche Reise mit der Bahn. Man sitzt besser, man sieht mehr und man kann essen und trinken, so viel man will oder bis einem eben das Geld ausgeht. Nur rauchen darf man natürlich nicht. Das ist ja immer so.

Also saßen wir im BordRestaurant und tranken Bier. Aus erstaunlich geschmackvollen Gläsern im Übrigen, auf denen natürlich das Bahn-Logo zu sehen ist:

Bahn-Bierglas in der Bahn

Und dazu gab es Essen von Eduard Hitzberger aus der Schweiz, der zwei Sterne und drei Hauben hat. Natürlich aßen wir das Menü, aber nur, weil es zum Menü einen Suppenspatz gab. Sonst hätte bei mir das Kanninchen dran glauben müssen, aber wer lässt sich allen ernstes ein Essen entgehen, das Suppenspatz heißt?

Zwei Sterne und drei Hauben

Der Suppenspatz auf der Karte

Der Suppenspatz in echt

Soviel zu unserer Ausgangsituation, da waren wir also: Donnerstag abend biertrinkend und suppenspatzessend durch Deutschland fahrend, von Ost nach West ohne genau zu wissen, was uns überhaupt erwarten würde, im Westen. Die Fahrt führte zunächst zu mir nach Hause. Vorbei an Wolfsburg …

Wolfsburg

… zu dem immer alle “Wolzburg” sagen, auch die Zugdurchsager und wo ich, will ich nach Hause fahren immer in die Regionalbahn umsteige; vorbei an Gifhorn, wo selbstverständlich kein ICE hält (wenn man es genau nimmt, dann hat der ICE auf der Hinfahrt auch nicht in Wolfsburg gehalten, aber immerhin halten dort manchmal ICEs) und man deshalb das kleine Bahnhofsgebäude auch nicht fotografieren kann, weil man eh immer zu spät auf den Auslöser drückt und Gifhorn aus dem ICE sowieso immer nur so aussieht:

Gifhorn

… bis nach Hannover …

Hannover

… Bahnhöfe gucken. Keine schönen, wie man sehen kann, aber welcher Bahnhof ist schon schön? Und außerdem wirken diese Bahnhöfe seltsam vertraut auf mich und die Menschen, die auf diesen Bahnhöfen herumlaufen, sind Menschen, die man kennt und irgendwie auch ein wenig mag, auch wenn man nichts mit ihnen zu tun haben will. Nach Hannover wurde das dann allerdings schnell anders. Bis Bielefeld geht es noch, meinetwegen. Ich habe Verwandtschaft in Bielefeld, deshalb ist mir die Stadt nicht ganz so fremd und sie ist ja auch noch nicht in West-Westdeutschland. Nur eben nicht mehr in Niedersachsen. Oder meinetwegen auch Sachsen-Anhalt. Oder was weiß ich denn. Stattdessen: Nordrhein-Westfalen. Mmh.

Übrigens haben wir gespielt, als wir biertrinkend im Zug saßen. Nicht lange, nur ein Spiel und um das hatte es schon im Vorfeld eine lange Debatte gegeben. Natürlich über Skype:

[21.05.2008 22:47:25] Anne: wir können auch stadt land fluss spielen
[21.05.2008 22:47:45] Falk: nein
[21.05.2008 22:47:50] Anne: warum nicht
[21.05.2008 22:47:50] Falk: ich hasse das spiel
[21.05.2008 22:47:55] Anne: warum?
[21.05.2008 22:48:09] Falk: weil du gewinnen wirst und mein vorschlag viel sexier ist!
[21.05.2008 22:48:14] Anne: ich fände DAS sehr witzing
[21.05.2008 22:48:21] Anne: und man kann es auch veröffentlichen
[21.05.2008 22:48:23] Falk: nein, scheiß
[21.05.2008 22:48:32] Falk: ich werde verlieren
[21.05.2008 22:48:36] Anne: na und?
[21.05.2008 22:48:43] Falk: jajajajajajajajajajajaja
[21.05.2008 22:48:45] Anne: beim fußball hast du auch jahrelang verloren
[21.05.2008 22:48:45] Falk: ja
[21.05.2008 22:48:53] Falk: das ist was anderes
[21.05.2008 22:48:57] Falk: das macht mir spaß
[21.05.2008 22:49:00] Anne: außerdem könntest du dich anstrengen
[21.05.2008 22:49:07] Falk: wieso?
[21.05.2008 22:49:12] Anne: um zu gewinnen
[21.05.2008 22:49:21] Falk: um mit anstrengung zu verlieren
[21.05.2008 22:49:31] Anne: das sagt doch gar keiner
[21.05.2008 22:49:44] Falk: doch, ich sage das, seit geraumer zeit
[21.05.2008 22:49:57] Anne: aber du hast keine grundlage!
[21.05.2008 22:50:12] Falk: wie, keine grundlage: zählt erfahrung etwa nicht
[21.05.2008 22:50:13] Falk: ?
[21.05.2008 22:50:27] Anne: haben wir schon jemals stadt land fluss gespielt?
[21.05.2008 22:50:43] Falk: nein, aber ich habe schonmal stadt land fluß gespeilt
[21.05.2008 22:50:52] Falk: und immer verloren
[21.05.2008 22:50:56] Falk: egal, gegen wen
[21.05.2008 22:50:56] Anne: aber vielleicht bin ich noch schlechter
[21.05.2008 22:51:09] Falk: davon ist nun mal absolut nicht auszugehen
[21.05.2008 22:51:12] Anne: das kannst du nicht wissen, also: keine grundlage

Ich habe mich durchgesetzt, wie diese Fotos belegen:

Stadt-Land-Fluss Anne

Stadt-Land-Fluss Falk

Und Falk hat auch Recht damit behalten, dass er verlieren würde (175:300), dabei war ich sogar sehr großzügig. Man werfe nur einen Blick auf das folgende Bild und sage mir, ob es berechtigt ist, dass Falk für seinen Fluss “E”, der die Ems darstellen sollte, was er aber aus Zeitgründen nicht mehr aufgeschrieben bekommen hat, Punkte bekommen hat. Er hat nämlich.

Fünf Punkte für ein \

Ems, my ass … Aber genug vom Spielen im Zug. Und soviel zum Gewohnten. Bald mussten wir nämlich aussteigen. Nach Dortmund, Bochum, Hamm, Essen und Duisburg (nicht zwingend in dieser Reihenfolge) mussten wir uns von unserem inzwischen beinahe lieb gewonnenen Bahn-Kellner trennen, der sich zum Abschied auch noch bereitwillig fotografieren ließ.

Unser Kellner (wenn man das im Zug überhaupt so nennt)

Dann waren wir in Düsseldorf. Und damit in der Fremde. Falk hat den Westen, also diesen richtigen Westen der Republik, hier schon einmal treffend charakterisiert. Er ist mir äußerst unsympathisch dieser Westen und ich kann beim besten Willen nicht verstehen, was man an ihm finden kann. Ich kann den Westen nicht leiden und als wir dann durch die Düsseldorfer Bahnhofshalle liefen …

Düsseldorf

… die eigentlich genauso aussieht, wie jede andere Bahnhofshalle jeder anderen größeren Stadt Deutschlands, kam ich mir trotzdem vor wie in einem anderen Land. Die Bedienung an der “heissen Wurst” hat mich auch nicht verstanden, als ich - man muss ja in so einer Situation - noch ein Bier für die Restfahrt kaufte (im RE gibt es ja kein BordRestaurant und auch sonst nichts), aber das lag wohl eher daran, dass sie nun wirklich aus einem ganz anderen Land stammte.

Die \

Insgesamt fühlt ich mich schon wie ein rechter Abenteurer, als wir dann in den Wupper-Express einstiegen, um durch dieses fremde Land in die noch fremdere Fremde zu fahren. Wupper-Express. Der Name klingt schon so fremd. Er klingt so, wie die Gengend dort ist: Wupper. Wenn man das Wort etwas in die Länge zieht, dann bekommt man so ziemlich die Quintessenz dessen, wie sich jedes Wort in der Sprache, die man im Westen-Westen spricht, anhört. Und irgendwie benimmt man sich dort auch so, wie man Wupper ausspricht.

Wupper-Express

Mit dem Wupper-Express dann also über Mönchengladbach, Erkelenz, Neuss, Rheydt und Hückelhoven-Baal (das sich beim besten Willen nicht fotografieren lassen wollte, jedenfalls nicht mit Namensschild: ich habe es auf Hin- und Rückfahrt versucht!) und noch irgendwas (und bestimmt auch nicht in dieser Reihenfolge nach Geilenkirchen. Und auch endlich mit der Gewissheit, dass uns in Geilenkirchen jemand abholen würde, die Person nämlich, wegen der wir diese ganze Fahrt überhaupt erst angetreten haben. Vorher konnten wir uns da nämlich nicht so sicher sein … Aber letzten Endes wurde alles gut und irgendwann waren wir tatsächlich am Ziel, am anderen Ende Deutschlands und irgendwie auch am (anderen) Ende der Welt. Unserem Zuhause für die nächsten Tage: Willkommen in Süsterseel!

Unser Zuhause in Süsterseel



Zwei Anmerkungen von X

Pech im Web 2.0

Mitmachen ist ja seit geraumer Zeit alles im „neuen Internet“, dem Web 2.0, Selbstironie entgegen ewiger Proklamationen der „Egomanengesellschaft“ dabei durchaus konstitutiv. Das zeigt zum Beispiel die französische Seite videmerde.fr. Hier kann man seine alltäglichen Missgeschicke, kleine Peinlichkeiten und die ganz großen Malheurs, die das Leben so mit sich bringt, der geneigten Popkultur zugänglich machen. Die Feststellung des geteilten Schicksals, dass auch andere mit den linken Fuß zuerst aufstehen und man wenigstens noch unter die Top-Pechvögel gewählt werden kann, lässt das „Scheißleben“ irgendwie erträglicher erscheinen.

Gute Entdemokratisierung

Das Internet wurde in jüngster Zeit von Video-Streaming-Portalen überschwemmt. Der überforderte Prosumer findet kaum mehr die Plattform, die seinen Wünschen entspricht. Dabei ist er selbst Schuld an der Angebotsflut, schließlich hat er redlich Gebrauch gemacht vom Upload-Speed und den „demokratisierten Produktionswerkzeugen“. Während der Platzhirsch youtube.com diesen Trend fördert und allerlei inhaltsleeren Clip-Ballast auf den Bildschirm bringt, bietet das kürzlich gestartete Pitchfork.tv ruckelfreie, fachkompetente Musikdokumentationen, Interviews, Konzerte und Musikclips für das Indie-Publikum mit Anspruch: Qualität durch Selektion.

Icarus.



Wie man sich als Frau benimmt!
9 März, 2008, 5:57 Uhr nachmittags
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Eine gute Nachricht: ich räumte gestern ein bisschen auf und fand dabei die verschollene Ausgabe Nr. 10 der “Heim und Welt”! Es wäre eine Schande, wenn uns das durch die Lappen gegangen wäre! Die Rubrik “Eine Zeitreise der Erinnerungen 1948-2008″ behandelt in dieser Ausgabe das Jahr 1949. Vieles habe ich dort gelernt, was ich zukünftig auch im Alltag anwenden werde. Zunächst werden einige Dinge aufgelistet, die man als Frau nicht tut: keinesfalls darf im im Autobus laut sprechen oder sich auffallend kleiden. Außerdem (zu Recht!) verboten ist es, “dem Kellner Aufträge [zu] erteilen, wenn man mit einem Herrn am Tisch sitzt”.

Weiter bot die “Heim und Welt” “Zehn Gewissensfragen für die Ehefrau”. Man kann dort testen, ob man eine gute Ehefrau ist, oder vielleicht doch eher eine Belastung für den arbeitenden Mann. Mal sehen. “Erreichen Sie Züge immer erst in allerletzter Minute?”, “Lassen Sie sich bei gemeinsamen Einkäufen alles zeigen, um dann doch nichts zu kaufen?” “Streuen Sie Zigarettenasche auf den Boden?”, “Räumen Sie seinen Schreibtisch auf, obwohl er es hasst?”, und (Mein Liebling!!!) “Brechen Sie in lautes Lachen aus, wenn Ihr Mann sich verspricht?”. Ich muss zugeben, bis auf den vorletzten Punkt kann mir alles davon passieren und die “Heim und Welt kommt zu einem harten (aber gerechten) Urteil: Sie sind untauglich als Ehefrau! Ein wenig ernüchtert werde ich nun Kaffee kochen und Wäsche waschen…

selbstgebacken.jpg

Schwan



Neues Design und pikante Geheimnisse
4 März, 2008, 12:41 Uhr vormittags
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Wie leicht festzustellen, hat der Blog ein neues Äußeres bekommen (und der Untertitel ist jetzt ganz weg!). Die Tiere (”Dieren”) im Hintergrund erkennt der Fachmann natürlich leicht als Schnucken. Genauer als: Graue gehörnte Heidschnucke (der Sammelbegriff für alle Schnucken ist übrigens “Nordische Kurzschwänzige Heiderasse”). Das hat natürlich mit unserer Heimat zu tun, der Lüneburger Heide. Da wohnen nämlich diese Schnucken. Wir stammen ja aus dem “Tor zur Südheide”, oder auch: “Der Mühlenstadt in der Südheide” und die gehört immerhin zu den wichtigsten Städten der Lüneburger Heide. (Heide, Heide und nochmals Heide!)

Früher habe ich ja immer gedacht, Heidschnucken würden “Heitzschnucken” heißen. Nicht, weil das für mich irgendeinen Sinn ergeben hätte, diesen Tieren den Imperativ “heitz!” voranzustellen, sondern weil es mir noch viel weniger einleuchtete, der Heide einfach das “e” wegzunehmen. “Heideschnucken” hätte ich vielleicht verstehen können, aber so sind es dann eben doch die “Heitz…” geworden. Wenigstens aber wusste ich überhaupt um die Existenz dieser Tiere: Es soll ja auch Menschen geben, die doch ein recht ansehnliches Alter erreichen, ohne jemals von der Schnucke an sich gehört zu haben. Für mich gehört sie zu den besten Tieren überhaupt.

Und weil dieses Textfeld leider den auf dem Hintergrund sonst auch sichtbaren Heidjer verdeckt, ich ihn aber für die Gesamtkomposition unabdingbar halte (und ich außerdem unbedingt das Wort “Heidjer” schreiben wollte!), hier noch einmal das Bild als Ganzes (es ist schon komisch, mit was für regionalen Begriffen ein Mensch aufwächst …):

Schnucken mit Heidjer

Ein andermal vielleicht mehr zu Schnucken und der Lüneburger Heide. Nun nochmal zu etwas ganz anderem: Kürzlich schon berichtete ich davon, dass Charlotte und ich gerne Bilder-Untertitel-Raten in der “Heim und Welt” spielen. Heute nun, immer wieder montags, kam nun eine neue Ausgabe und mit ihr wieder ein absolutes Highlight unserer Spielkultur:

Was hat wer?

Auf den ersten oder zweiten Blick wird dann doch klar, dass es sich bei diesem Bild um unseren Lieblingsroyal, die Queen, handelt. Schon auf dem Titel versprach die “Heim und Welt”: “Jetzt enthüllt! Pikante Geheimnisse von Königin Elisabeth” - dazu dann dieses Bild. Charlotte tippte auf “Die Queen ist stinksauer!” Mein Eindruck war: “Die Queen ist abgrundtief böse!” Aber weit gefehlt!

Die Queen hat viel Humor!

“Queen Elizabeth hat viel Humor. Manchmal zeigt sie ihn auch, wenn sie ganz offiziell ist”, so die “Heim und Welt” in ihrer “pikanten Enthüllung”. Mit dem Gefühl, wieder etwas klüger zu sein, verabschiede ich mich dann für heute auch ins Bett …

Dachs.