Fernmuendliches


Protest: Print versenken!

Eigentlich wollte ich ja heute über etwas ganz anderes schreiben. Ich brachte den halben Vormittag damit zu, Recherchen darüber anzustellen, was die Sonne mit Bier anstellt, wenn sie auf es fällt. Damit wollte ich begründen, warum ich später nur als Angestellte bei einer Quizsendung arbeiten kann – frei nach X:

„Wie sollten sowieso am besten für Quizsendungen arbeiten. Dann könnten wir uns immer Fragen ausdenken, die ganze Zeit im Internet sein und ständig schlauer werden.

Jetzt will ich das aber doch nicht mehr – also über das schreiben, was ich heute morgen lernte: über Bierflaschenfarben und Lichtgeschmack. Falls Interesse besteht, möge man sich doch bitte dieses informative WDR-pdf runterladen und die Seiten 17 und 18 lesen. Einem sowas zu erklären ist ja auch deren Beruf.

Was ich jetzt will, ist, mich über Print aufregen. ich habe mich – ebenfalls heute, aber nach der Bierflaschenrecherche – schon einmal über Print aufgeregt und es als völlig überflüssig erklärt. Der einzige Nutzen, den ich im Print sehe, ist seine Verwendung im Bad, weil es da noch kein Internet und überhaupt so wenig Dinge mit Strom gibt. Da sich gegen diese Feststellung Widerstand regte, beschloss ich aus Protest Print zu versenken, im Bad.

ganz viele Zeitungen schwimmen in der Wanne

ganz viele Zeitungen schwimmen in der Wanne

nasser Zeitungsball (unförmig)

nasser Zeitungsball (unförmig)

Am Anfang fand ich das ganze Print-Versenken auch überaus befriedigend. Nur leider hat Print – neben den vielen anderen – auch beim Versenken einen Haken. Wie man vielleicht auch erwarten konnte, ich aber nicht wollte, löst sich Print natürlich im Wasser auf.

aufgelöste Print-Stückchen

aufgelöste Print-Stückchen

Und als wenn das noch nicht genug wäre, färbt es natürlich auch noch. Deshalb habe ich gleich noch ein Farbfoto von der ekligen Print-Brühe gemacht, die da auf einmal in meiner Wanne schwamm:

bäh!

bäh!

Das ist wirklich so eine Sache mit dem Print. Eins der größten Probleme, das ich mit ihm habe, ist ja, dass man Print entsorgen muss. Ensorgen wie in: selbst mit dem Print zur Mülltonne laufen und es wegtragen. Versucht man nun, sich des Prints auf andere Art und Weise zu entledigen, indem man ihm – beispielsweise – mal zeigen will, wo der Hammer hängt und es ertränkt, dann schlägt es gnadenlos zurück. Dann hat man auf einmal eine Printsuppe in der Wanne, eine Buchstabensuppe(!) gar und es ist niemand da, der diese Suppe, diese trübe und eklige, nun für einen auslöffelt.

Printbuchstabensuppe

Printbuchstabensuppe

trübe Buchstabenbrühe

trübe Buchstabenbrühe

Was blieb von der Suppe, war am Ende eine widerliche Plastiktüte voll mit nassem Printpamp …

pff - Print!

eklige Printreste

… printgeschädigte Finger vom Printfischen in der Printsuppe …

Printfinger

Printfinger

… ein wunderschöner Printrand in der Wanne …

Printrand

Printrand

… und die Einsicht, dass man dem Print wohl wirklich nur mit seiner Abschaffung beikommen kann. Und wenn das schon nicht geht, dann plädiere ich an dieser Stelle mit allergrößter Vehemenz dafür, dass der Besitz von Print ab sofort nur noch freiwillig erfolgen darf: wer mag, darf gerne zusätzlich zur online-Version auch noch ein Printexemplar besitzen, aber bitte bitte kein Zwangs-Print mehr, weil es online nicht gibt! Wo leben wir denn? Und wann gibt es endlich Internet unter der Dusche?


11 Kommentare bis jetzt
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Das nenne ich Scheitern. Ich protestiere immer noch, für irgend etwas wird es schon gut sein, dieses Print, und ich bitte Dich, Dich einmal geschlagen zu geben und mit auf Entdeckungsreise zu kommen! Wohin? Na in die Welt des Print, des finanzierbaren, ideenreichen, humorvollen (aber nicht witzigen) und apart gesetzten Print. (Vielleicht ja sogar in die Welt des „Print“? „Der Print“?)

Kommentar von falk

Ja, das ist Scheitern, einmal richtig durchscheitern, Scheitern bis es nicht mehr weitergeht. Es war aber auch ein schönes Scheitern. Und die Sache mit „Print“ finde ich augenblicklich gar nicht mal so schlecht … Wenn schon Print, dann bitte mit Warnung!

Kommentar von anne

Du hättest das nasse Papier pressen und trocknen sollen. Dann hättest du neues Papier gewonnen – was allerdings nicht gerade ein Ausweg aus dem Printteufelskreis gewesen wäre, aber zumindest eine gute Tat.

Kommentar von x

Ja klar. Warum kaufe ich mir nicht gleich einen Hafenofen? Dann kann ich auch das ganze Glas hier selbst einschmelzen und neue Flaschen blasen. Bald lebe ich ganz autark.

Kommentar von anne

Jetzt, da du so viel Zeit hast…

Kommentar von x

Ich habe überhaupt keine Zeit! Jetzt, da ich wieder etwas zu tun hätte, gibt es auch wieder tausend Dinge, die ich lieber – und deshalb: zuerst – tun muss!

Kommentar von anne

Ich hätte noch etwas Kleister dazu gekippt und dann aus dem Pappmasché etwas gebastelt. Mit etwas Geschick, hätte man die Kloschüssel zum Beispiel darin verwandeln können:
http://www.hodruz.de/blogruz/media/thron_klein.jpg

Kommentar von Onno

Wenn ich auch nur einen Ansatz handwerklicher Begabung hätte, würde ich sofort nochmal Print versenken, Kleister hinzukippen und mir einen Klothron bauen. Schon allein, um meine Mitbewohnerin zu ärgern!

Kommentar von anne

Wären wir letzte Woche auf die Idee gekommen, ich hätte mitgemacht. Kleinen Ansatz hätte ich.

Kommentar von Onno

Da bin ich mal drei Tage weg und du schmeißt Tonnen von Altpapier in die Badewanne und nennst es „aus Protest Print versenken“??? Ich sorge mich.

Kommentar von Charlotte

Ich sehe wirklich nicht, wo da der Anlass zur Sorge ist …

Kommentar von anne




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