Gespeichert unter: Befindlichkeiten, Erklärungen, Filme & Fernsehen | Schlagworte: 24, Jack Bauer, Jackbauering, Jackbauern
Nach über 24 Stunden des kommentarlosen Bestehens meiner Aufforderung an die vielen neuen und rätselhaften Besucher, sich doch zu erklären, habe ich mich damit abgefunden, dass WordPress kaputt ist. Ich schlafe jetzt wieder ruhiger (wenn ich denn schlafe) – der vorgebliche Ansturm auf unseren Blog hat mich schon recht irritiert. Jetzt teile ich einfach immer durch vier und glaube, dass das dann „schon irgendwie hinkommt“.
Nach über 15 Stunden 24 schlafe ich allerdings überhaupt nicht mehr. Eigentlich hatte ich ja nur vor, die verpassten vier Stunden nachzuholen und ab gestern wieder brav im Fernsehen mitzufiebern. Nur: Wie zum Teufel soll man es aushalten, noch ganze sieben Wochen zu warten, bis man weiß, wie die Staffel ausgeht?
Ich habe also resigniert und gucke sie jetzt einfach in eins durch. Im Grunde ist das sowieso die einzig adäquate Form sich Serien anzusehen. Bislang habe ich bei 24 immer eine Ausnahme gemacht und mir gesagt: „Anne, die Serie ist dazu gemacht im Fernsehen zu kommen, mit Werbung, mit Unterbrechungen“, aber das habe ich jetzt auch verworfen. Das heißt: nicht verworfen, aber wenn diese Menschen bei ProSieben es noch nicht einmal schaffen, ihre Werbepausen bei der verdammten einzigen Serie auf der ganzen Welt, die DAFÜR GEMACHT ist, dass es Werbepausen gibt, so zu platzieren, dass sie SINN MACHEN und nicht einfach die HANDLUNG UNTERBRECHEN, nur um dann die Uhr ohne Werbepause springen zu lassen und sowieso insgesamt noch nichtmal auf eine volle Stunde zu kommen, dann ZÄHLT DAS ARGUMENT NICHT MEHR!!!
Ich gucke jetzt also 24 und ähnlich wie vor kurzer Zeit, als ich Rome guckte und anfing Latein zu sprechen, fange ich jetzt an zu jackbauern. Na ja, nicht ganz. „Jackbauering“ ist eigentlich, wenn man irgendwie durch die Gegend rennt und unter unmenschlichem Zeitdruck und mit allen zur Verfügung stehenden Mittel fünf Millionen Probleme gleichzeitig zu lösen versucht und das dann auch (zumindest vorläufig) schafft, nur um im Grunde sofort wieder von vorne anzufangen, mit den nächsten Problemen. Das mache ich nicht, auch wenn ich ein neues Motto habe, das ich mir schon – dieses Mal nicht auf einen gelben Klebezettel, sondern: – auf meinen Bildschirmhintergrund geschrieben habe:
Meine Form des jackbauerns jedenfalls bezieht sich mehr oder minder auf Jacks Sprache – was in letzter Konsequenz eigentlich nur in völlige Sprachlosigkeit müden kann. Sehr zu Charlottes Missfallen habe ich mir so schon angewöhnt, immer wenn es mir passend erscheint ein lautes „We’re running out of time!“ durch die Wohnung zu schreien und sage auch nur noch selten „ja“ und „nein“, sondern immer „copy that“ oder „that’s a negative“.
Wichtige andere Sätze, die man beim Sprach-Jackbauering möglichst häufig verwenden sollte sind:
„I’ll get back to you“: Jedes Gespräch muss zwingend mit diesem Satz beendet werden.
„I give you my word“: Was man dann zwar versuchen sollte zu halten, aber nicht zwingend muss, denn:
„I’ll do what’s necessary“ oder „I’ll do whatever I have to do“ oder (wenn es schon zu spät ist) „It had to be done“: Das muss stets als Erklärung reichen, weil man Dinge nie erklären darf. Stattdessen sagt man:
„I’ll explain later“ oder auch einfach nur „I don’t have time to explain“.
Sollten dann noch Zweifel bestehen, kann man sie mit einem einfachen „Trust me“ oder „Right now you have to trust me“ ausräumen.
Für den Fall, dass man doch einmal Informationen von einem anderen Menschen benötigt, dann beginnt man mit:
„Patch me through (to …)“ und fragt dann:
„What’s your status?“
Und falls alle Stricke reißen, kann man immer noch einfach „TELL ME“ schreien oder brüllen (die Lautstärke ist sehr wichtig).
Eigentlich sollte man so mit elf knappen Sätzen durchs Leben kommen oder zumindest: durch den Tag. Für mich hört sich das durchaus gut an. In diesem Sinne: I’ll get back to you!
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Aber wenigstens einer von den viergeteilten Leuten hätte doch ruhig mal kommentieren können.
Kommentar von x 23 Juli, 2008 @ 10:22