Gespeichert unter: Dinge, Filme & Fernsehen | Schlagworte: Bachmannpreis, Handy, Klagenfurt, Longplay, Tweitter, Video, Videokassette, Videorekorder
Die Erfindung des Videorekorders war eine sehr komische Erfindung. Ich habe mal gelesen, dass die Fernsehmacher früher, als der Videorekorder noch etwas ganz neues war, Angst hatten, dass kein Mensch mehr Fernsehen guckt. Wegen der Werbung. Weil keiner die sehen will (was ich nicht verstehen kann) und alle immer alles aufnehmen werden, um dann die Werbung beim späteren Ansehen zu überspulen. Da haben sie aber umsonst Angst gehabt. Beziehungsweise überhaupt nicht verstanden, warum Menschen überhaupt Fernsehen gucken – also das, was sie machen, die Fernsehmacher.
Ich gucke mir jedenfalls gerade etwas auf Video an. Ich nahm es sogar selbst auf, auf Video. Den Bachmannpreis. Aus Klagenfurt. Den Bachmannpreis, den man trotz andauernden Germanistikstudiums auf Video aufnehmen muss, weil man a) zwischen neun und siebzehn Uhr trotz Germanistikstudiums etwas zu tun hat oder b) wegen Germanistikstudiums schlafen muss. Deshalb guckt man dann abends ein verkrisseltes Bild (dank mindestens zehn Jahre alter Videokassette und Aufnahme in Longplay, da über sechs Stunden aufgenommen werden wollten) und fragt sich immer wieder, warum man eigentlich guckt, weigert sich allerdings zu spulen, weil der Bachmannpreis irgendwie genauso aufregend ist, wie ein Videorekorder oder eine Videokassette. Eine Videoaufnahme in Longplay. Und das sollte man genießen. Irgendwie.
Es liegen noch mehr als drei Stunden vor mir. Vor uns. Das heißt, vor mir und meinem unablässig unter dem Namen „insofern“ twitternden Bachmannpreis-Videoaufzeichnungs-Mitgucker, dessen Stimme bei jedem neuen Tweet aus meinem Handy schallt („bieb bieb – bieb bieb“: ich habe ihn tatsächlich irgendwann einmal um diese Aufnahme gebeten).
Morgen werde ich einfach nur ganz viele Bilder posten. Klagenfurt, ey …
Zorro.
2 Kommentare bis jetzt
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[...] zu tun habe, während des zweiten Tages der deutschsprachigen Literatur, dessen erster Teil nun doch wieder auf Video angesehen werden muss. Nächstes Jahr guckt man besser mal ohne Zeitverschub. Die Chapattis waren übrigens [...]
Pingback von Zwischen den Lesungen « insofern 28 Juni, 2008 @ 1:14[...] zu erklären. Die vergangenen 24 Stunden Bachmannpreis. Ich gucke immer noch und schon wieder auf Video (Longplay), da ein nächtlicher Ausflug das Zusehen ab neun verhinderte (Möglichkeit [...]
Pingback von 24 Stunden: “this is the longest day of my life” « Fernmuendliches 28 Juni, 2008 @ 7:18