Fernmuendliches


Katzenfänger werden
20 April, 2008, 6:44
Gespeichert unter: Arbeit, zettel. schilder! | Schlagworte:

Gerade musste ich zur Bank, um mein Abendessen bezahlen zu können. Ich bin nämlich der Meinung, ich sollte nie mehr kochen, sondern nur noch Essen bestellen oder Essen gehen. Ich habe dann nicht nur weniger Arbeit, sondern lebe auch gesünder. Aber das nur am Rande.

Auf dem Weg zur Bank, der nun wirklich nicht weit ist, fiel mir auf, dass unsere Gegend eine besonders hohe Dichte an Katzen aufweisen muss. Entweder das, oder ich habe die gesamtdeutsche Dichte an Katzen bislang bei weitem unterschätzt. Ich hätte nämlich auch nicht gedacht, dass die Menschen schon 9500 Jahre lang Katzen halten (Wozu? Damit sie Mäuse fressen? Das ist nun wirklich weit her geholt, außerdem sollen sie das gar nicht, wie man der letzten BUND-Kampagne entnehmen kann: „Ausgerechnet Mäuse können die Wildkatze retten. Und zwar ihre.“).

Jedenfalls muss es hier eine Menge Katzen geben und diese Katzen sind allesamt – um es einmal Tokiohotelesk zu sagen – „Drinnis“. Viele von ihnen scheinen aber lieber „Draußis“ sein zu wollen, weshalb sie entlaufen. Auf meinem Weg zur Bank (der nun wirklich nicht weit ist!!!!!!!!!!!!!!!) sah ich drei Zettel mit entlaufenen Katzen:

Ich fand es schon einigermaßen bemerkenswert, wie Katzen so beschrieben werden. Da liest man von „weißen Stiefeln“ und dass sie „rothaarig“ seien und Höcker auf der Nase haben (hallo?). Am besten jedoch fand ich den Namen Flickr. Ich weiß nicht, aber als ich klein war, hießen alle Katzen die ich kannte „Minka“ (warum auch immer) – bis auf eine, die hieß „Tiger“ weil sie gestreift war. Sehr einfallsreich.

Wir hatten auch mal eine Katze, aber wie die heißt, weiß ich nicht mehr. Die Katze kam von einem Bauernhof und hatte sich dort angewöhnt, sich immer an das Abgasrohr der Traktoren zu hängen (also unter den Traktor), weil es dort sehr warm war. Na ja, das hat sie auch beim Auto unseres Nachbarn probiert … Als er länger fuhr, wurde ihr das Rohr zu heiß und sie ließ los. Na ja … Sie war jedenfalls schneller tot, als ich überhaupt realisiert hatte, dass sie da war.

Ich habe überlegt, ob ich Katzenfänger werden soll. Denn wenn es hier so viele Drinni-Katzen gibt, die gerne Draußis wären und die dann entlaufen und zurückgebracht werden können und es für viele von ihnen eine Belohnung gibt (ich habe schon Zettel mit 300€ pro Katze gesehen), dann könnte das durchaus ein lukrativer Job sein. Und zumindest für Flickr gibt es ja schon mal 100€.

Leider kann ich bei dieser Art Job auf überhaupt keine Erfahrungswerte zurückgreifen. Ich weiß nicht, wieviel Stunden Arbeit man investieren muss, um eine Katze zu fangen und vor allem, wieviel Nerven es einen kostet, wenn die Katze scheiße ist und sich nicht fangen lassen will. Ich vermute aber, dass die meisten Katzen scheiße sind und sich nicht fangen lassen wollen.

Ich werde die Katzenentlaufsdichte in der Umgebung weiter beobachten und dann entscheiden.

Snickers.


7 Kommentare bis jetzt
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Die 100 € gibt es, den Fotos zufolge, nicht für Flickr, sondern für Kasper und nach 20 Tagen des Ausbleibens sind die Chancen gering, dass er wieder ein „Drinni“ wird. Allerdings hat die Halterin (Schriftbild) sich mit der Gestaltung der Suchanzeige sehr viel Mühe gegeben, sogar ein Foto des Stromerers hat sie geopfert. Ich kenne den Zettel, habe ihn vor einer guten Wochen 10 Minuten lang studiert, als ich auf die Tram wartete. Dabei hat mir das gedankliche Ausprechen des Namens „Kasper“ große Probleme bereitet. Irgendwas in mir zwingt mich immer „Kaspar“ zu sagen, auch jetzt wieder. Das ist sehr nervig und außerdem strapaziös.

Kommentar von falk

Du würdest mit Deiner Interpretation des Berufszweiges das Ansehen der Katzenfänger immens steigern: http://www.katzensuchdienst.de/Bhtmlgross/katzenfaenger.html

Kommentar von falk

DAS stimmt. Obwohl ich gestehen muss, dass ich früher auch immer mit einem Katzenfell im Bett geschlafen haben. Mit einem echten. Ich weiß aber nicht, ob es aus Weißrussland war …

Kommentar von anne

WAS! du hast mit einen KATZENfell geschlafen?
man schläft auf lammfellen.

Kommentar von mow

Ich schlief mit einem Katzenfell; auf was ich schlief weiß ich nicht mehr. Es war aber bestimmt kein Lammfell, das lag auf dem Fußhocker meines Vaters unter dem Schreibtisch.

Kommentar von anne

[...] ALF hat den Katzfänger-Eintrag gelesen und wartet auf erste Erfolgsmeldungen, in der Hoffnung, dass dann hier einiges zu holen ist [...]

Pingback von Ceterum censeo … und Geister (”Gietser”) « Fernmuendliches

[...] „Fuzzis“ natürlich viel zu kurz kommt, ist die Begutachtung des Zuginterieurs. Weil ich ja ein “Drinni” bin und zudem noch viel mit dem Zug fahre, kann ich diese Aufgabe super übernehmen. Mein Traum ist [...]

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